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Presseinfos zu ILEK und LEADER in Lippe
Nordlipper schließen Bund zum Sparen (LZ 29.08.08)
NRW-Modellversuch "Vernetzte Verwaltung" startet mit Bildung eines großen Standesamtsbezirks Ringtausch: Zur Freude von Herbert Dahle (Bürgermeister Barntrup), Reinhold Harnisch (Kommunales Rechenzentrum), Friedrich Ehlert (Bürgermeister Dörentrup), Lutz Wiegard (Kreis) sowie Hermann Beckfeld und Hans-Joachim Baier (Bezirksregierung, von links) besiegelten die Bürgermeister Klaus Fritzemeier (Kalletal, links) und Hans Hoppenberg (Extertal) die Zweckehe. FOTO: BACKE

Kalletal/Nordlippe (bas). Es ist fast wie im wahren Leben: kaum sind die Ringe getauscht, fängt der Alltag richtig an. Doch die vier Bürgermeister von Barntrup, Kalletal, Dörentrup und Extertal sind sich sicher, dass ihre Zweck ehe allen Beteiligten viel Freude bereiten wird. Die Kooperation im Bereich der Standesämter macht nun den Anfang. Bekanntlich werden derzeit in allen vier Kommunen ähnliche Vorlagen in den politischen Gremien diskutiert - beziehungsweise ohne Einwände durchgewunken. Hintergrund sind die Pläne, zum 1. Januar 2009 einen gemeinsamen Standesamtsbezirk Nordlippe zu gründen. Dies ist das erste Projekt mit erheblicher Außenwirkung, das im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit Wirklichkeit wird. Dabei, so betonten alle Verantwortlichen gestern bei einer Pressekonferenz im Kalletaler Rathaus unisono, wird der Bürger diese Änderungen wahrscheinlich höchstens an einem neuen Stempel wahrnehmen. Hinter den Kulissen allerdings berge das Vorhaben große Vorteile. Durch Synergieeff ekte könnten - ohne Personalabbau - rund zwei Drittel der laufenden Kosten gespart werden. Zwei Erklärungen: Statt wie bisher jeweils potenzielle Stellvertreter auf teure Schulungen zu schicken, regeln die vier hauptamtlichen Standesbeamten in Barntrup, Kalletal, Dörentrup und Extertal ihre Vertretung künft ig untereinander. Außerdem wird die per Gesetz zum 1. Januar 2009 geforderte Bereitstellung von digitalisierten Personenstandsdaten unter dem Dach des Kommunalen Rechenzentrums im Verbund viel billiger. Während dieser Schritt vergleichsweise leicht zu realisieren ist, wollen sich die Nordlipper nun aber auch schwierigeren Th emen widmen. Bekanntlich hatten sie sich einst mit 17 Vorschlägen für den NRW-Modellversuch "Vernetzte Verwaltung" beworben und durchgesetzt. Drei Projekte sollen jetzt konkret angefasst werden. Jeweils unter der Leitung eines Bürgermeisters werden Arbeitsgruppen eingesetzt, die sich mit den Bereichen Bürgerservice, Steuerveranlagung und Gebäudemanagement beschäft igen sollen. Zuvor gibt es noch interne Info-Veranstaltungen in den Rathäusern. "Es ist wichtig, alle Mitarbeiter mitzunehmen", betonte Barntrups Bürgermeister Herbert Dahle. Möglichen Ängsten vor einer Gemeinde Nordlippe und eventuellem Stellenabbau begegnete sein Extertaler Kollege Hans Hoppenberg: "Die Zeit ist noch längst nicht reif für eine Kommunalreform. Aber wir wollen die Arbeit der Verwaltungen wirtschaft lich optimieren." Bis beispielsweise ein Dörentruper seinen neuen Personalausweis im Barntruper Rathaus beantragen kann, wird aber noch einige Zeit vergehen. Ergebnisse der Arbeitsgruppen werden in einem Jahr erwartet.

Beim Standesamt rücken die Gemeinden zusammen (LZ 22.08.08)
Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal bilden einen gemeinsamen Bezirk, um Kosten zu sparen

Barntrup (khk). Es ist ein Schritt zur "Gemeinde Nordlippe": Die Mitglieder des Hauptund Sozialausschusses sprachen sich in ihrer jüngsten Sitzung für die Zusammenlegung der Standesamtsbezirke der vier Ilek-Gemeinden Barntrup, Extertal, Dörentrup und Kalletal zum Ende des Jahres aus. Für den Bürgermeister Herbert Dahle ist es "ein erstes kleines Zeichen für interkommunale Zusammenarbeit", für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Gerd Belz "der richtige Weg": Dass es ab Januar nächsten Jahres nur noch einen Standesamtsbezirk Nordlippe geben soll, stieß nicht nur bei ihnen, sondern auch bei allen anderen Ausschussmitgliedern auf ungeteilte Zustimmung. Kein Wunder, bleibt durch diesen Schritt doch auch mehr Geld in den Kassen der Kommunen. Bei den einmaligen Kosten sind es fast 10000 Euro, und auch bei den laufenden Kosten können die beteiligten Gemeinden jährlich und dauerhaft einen Batzen Geld einsparen. "Barntrup bleiben so rund 4300 Euro jährlich mehr in der Kasse", betonte der Bürgermeister. Aber es gibt einen weiteren Grund, der den Ausschussmitgliedern die Zustimmung leicht machte, und den der Bürgermeister auf dem Punkt brachte: "Für die Bürger bleibt alles genauso, wie es war". Denn jede Gemeinde behält ihr Standesamt als Nebenstelle des Standesamtsbezirks Nordlippe. Wer sich traut, hat also immer noch einen vertrauten Ansprechpartner, denn auch der Hauptstandesbeamte bleibt den Kommunen erhalten. Lediglich die Zahl der stellvertretenden Standesbeamten soll von neun auf vier reduziert werden. Ohne große Diskussion wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung, den Standesamtsbezirk Barntrup zum 30. Dezember dieses Jahres aufzulösen, und ihn mit denen der Gemeinden Extertal, Dörentrup und Kalletal zum Standesamtsbezirk Nordlippe zusammenzulegen, einstimmig angenommen.

Gut für Bürger und Klimaschutz (NA 14.08.08)
Prominenter Startschuss für Projekt "Dial4Light" in Schwelentrup

BU: PROMINENTER STARTSCHUSS für "Dial4Light" in Schwelentrup vor der Stallscheune. Landtagspräsidentin Regina van Dinther präsentiert eine der Streckennummern, die auf den Laternen angebracht sind. Foto wd

Dörentrup-Schwelentrup (wd). Regina van Dinther, Präsidentin des NRW-Landtages, tätigte den offiziellen Startschuss für das neue Beleuchtungssystem "Dial4Light" in Schwelentrup. Zur besseren Veranschaulichung schaltete sich mit Ihrem ersten Anruf statt der Straßenbeleuchtung der Springbrunnen des Kurparks ein. Zur Inbetriebnahme des Pilotprojektes hatten sich zahlreiche Honoratioren in der Stallscheune versammelt. Lippes Landrat Friedel Heuwinkel und der Landtagsabgeordnete Walter Kern waren ebenso zugegen wie Bürgermeister Friedrich Ehlert und seine Amtskollegen Herbert Dahle aus Barntrup, Klaus Fritzemeier aus Kalletal und Stellvertreter Joachim Bode aus Extertal. Außerdem waren auch mehrere Schwelentruper Vereinsvorsitzende als Bürgervertreter dabei. Regina van Dinther war aus Düsseldorf angereist, um sich vor Ort über das Energieeinsparmodell zu informieren. Dieter Grote von der gleichnamigen Werbeagentur aus Lemgo hatte gemeinsam mit den Stadtwerken Lemgo und dem Unternehmen A & H Meyer aus Humfeld das Konzept erstellt und umgesetzt. Nach Abschluss einer Testphase in einigen Straßenzügen wird das Projekt jetzt auf ganz Schwelentrup ausgeweitet. Von nun an endet die öffentliche Straßenbeleuchtung bereits drei Stunden früher um 20 Uhr. Der Bürger hat die Möglichkeit je nach Bedarf einzelne Teilbereiche durch einen Anruf selbstständig für 15 Minuten wieder zu beleuchten. Dazu muss er sich zuvor einmalig registrieren lassen und kann dann unter Nennung der entsprechenden Streckennummer die Laternen kostenfrei einschalten, erklärte Frank Bräuer von den Stadtwerken das Prinzip. Horst Meyer verwies auf die hohe Zahl der Interessenten. Mehr 400 Anmeldungen wurden in den letzten Wochen schon erfasst. "Wir wollen wenig frequentierte Straßen bedarfsgerecht beleuchten und so viel Energie einsparen", erklärte Ehlert. Arnd Oberscheven, Geschäftsführer der Stadtwerke Lemgo sieht in "Dial4Light" einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Die Anfangskosten für die Installation und Schaltung übernimmt die Gemeinde. Durch die spürbare Senkung des Stromverbrauchs sollen diese sich bereits nach drei Jahren amortisiert haben. Im Frühjahr nächsten Jahres können die ersten Resultate vorgelegt werden, wenn die Daten über die abgerufenen Schaltmengen ausgewertet sind. Die erzielten finanziellen Einsparungen versickern jedoch nicht im Gemeindesäckel, sondern sollen ausschließlich den Schwelentrupern zu gute kommen. "Sparen soll sich für den Bürger lohnen", versprach der Bürgermeister. Regina van Dinther lobte das zukunftsweisende Projekt ausdrücklich und gestand: "Gerade im öffentlichen Bereich ist in der Vergangenheit zu viel Energie verschwendet worden". Ob die Gemeindekasse durch die Einsparungen bald genauso sprudeln wird wie die Wasserfontäne im Park, muss die Zukunft zeigen.

Nordlippes Verwaltungen im Umbruch (LA 09.08.08)
NRW-Mittel für Synergie-Effekte
Gemeinsam statt einsam in Nordlippes Verwaltungen. Dafür gab es jetzt Geld vom NRW Innenministerium aus den Händen von Staatssekretär Karl Peter Brendel (links). Es freuen sich die vier ILEK-Bürgermeister (von links) Herbert Dahle (Barntrup), Hans Hoppenberg (Extertal), Friedrich Ehlert (Dörentrup) und Klaus Fritzemeier (Kalletal). Foto: Privat

Kreis Lippe(sf). Gemeinsam statt einsam - das Motto gilt jetzt auch in den Verwaltungen der vier nordlippischen ILEK-Gemeinden Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal. In diesen Tagen ging ein ehrgeiziges Projekt in der ILEKRegion Nordlippe an den Start. Es heißt »Vernetzte Verwaltung« und ist eines von lediglich vier Projekten westfalenweit, die vom Innenministerium NRW gefördert werden. Entsprechend groß war die Freude in Nordlippe. Die Stadt Barntrup sowie die Gemeinden Dörentrup, Extertal und Kalletal verständigten sich darauf, das Angebot und die Form ihrer Leistungen neu zu organisieren. Nachdem der Fokus der Zusammenarbeit bislang auf Leistungen wie Bürgergesellschaft, Tourismus, Demographie und Landwirtschaft gerichtet war, soll nunmehr die Wirtschaftlichkeit des kommunalen Leistungsangebotes verbessert werden. Neu-Organisation heißt das Stichwort. So gilt es, Verwaltungsaufgaben möglichst gemeinschaftlich zu erledigen. Ein gemeinsames Bürgerbüro mit telefonischem Bürgerservice kann ebenfalls Ergebnis des Projektes sein. Für diese ehrgeizigen Ziele gab es jetzt in Lippstadt den Förderbescheid für die vier ILEK-Bürgermeister aus den Händen von Staatssekretär Karl Peter Brendel.

Die Schule im Blick (LZ 12.06.08)
Diskussion der nordlippischen Leader-Kommunen
Nordlippe (aga). Auf dem Weg zu einer Gemeinde Nordlippe sind bekanntlich die vier Leader-Kommunen Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal.
In einer Podiumsdiskussion haben sie sich jetzt mit ihren Schulen beschäftigt. Sehr viele Veränderungen im Bereich Schule, so Moderator Heinz Kriete, hätten dem Thema Schule in jüngerer Zeit wieder den Stellenwert in der Öffentlichkeit eingeräumt, der ihm gerecht wird. In der Hauptschule Barntrup-Dörentrup moderierte der Regierungsschuldirektor eine Expertenrunde zum Thema "Zukunft der Schule". Das erste Wort gehörte Jonas Günther, Schülersprecher des Gymnasiums Barntrup. Er brachte sein Unverständnis über die Kopfnoten zum Ausdruck. "Es fehlen die richtigen Maßstäbe, die Schüler zu beurteilen." Sein Schulleiter machte auf die Verkürzung auf im Anschluss an die Grundschule acht Jahre bis zum Abitur aufmerksam. "Das hält uns in Atem." Ein Plädoyer für die Hauptschule hielt Karin Krüger, stellvertretende Schulleiterin der Hauptschule Barntrup-Dörentrup. Sinkende Schülerzahlen und gleichzeitiger Ansturm vermehrt auf Gymnasium und Realschule bescherten der Hauptschule zurzeit kleinere Klassengrößen. Für kleine Klassengrößen machte sich auch Karin Sensenschmidt, die als Leiterin der Gesamtschule Lemgo die Vorteile dieses Typs gegenüber der Dreigliederung hervorhob, stark. "Warum belässt man bei sinkenden Schülerzahlen nicht die Lehrer an den Einrichtungen", sprach sie eine Forderung aus. Positiv bewertete Marita Müller von der Realschule Extertal die Lernstandserhebungen. "Dadurch ist mehr Vergleichbarkeit eingekehrt." Sie hob hervor, dass die Abgänger der Realschule als Schule zwischen Gymnasium und Hauptschule eher mit den Zehntklässlern des Gymnasiums im Wettbewerb stünden. Sabine Unger von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach bei den Klassengrößen von "Lernbedingungen, die wir nicht akzeptieren können". Gerade in ländlichen Regionen müsse über andere Formen nachgedacht werden. Ein Modell aus dem Münsterland, in dem zwei durch sinkende Schülerzahlen von der Schließung bedrohte Hauptschulen kooperierten, sprach Ex-NRW-Schulministerin Ute Schäfer an. Dort würden in einem Gebäude nun die Klassen 5 bis 7 von Gymnasium, Realschule und Hauptschule unterrichtet. Dörentrups Bürgermeister Friedrich Ehlert ist der Meinung, neben der Politik auch die Eltern mehr einzubinden. "Auch Ihr seid für den Bildungserfolg Eurer Kinder mitverantwortlich", rief er den etwa 60 Zuhörern zu.

Regionalmanagerin steht bereit (LZ 05.06.08)
Im nordlippischen Leader-Prozess sind noch Verfahrensfragen zu klären
Auch wenn er sich zu einem Namen und weiteren Details nicht äußern wollte, hat gestern Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg als Sprecher der weiter beteiligten Kommunen Barntrup, Dörentrup und Kalletal durchblicken lassen, dass die LAG (Lokale Aktionsgruppe) eine Kandidatin für diese Stelle gefunden hat. Wie Hoppenberg auf Nachfrage erklärte, müssten vor der endgültigen Personalentscheidung jedoch noch einige wichtige Verfahrensfragen geklärt werden, und dies sei zur Zeit bei der Bezirksregierung in Detmold der Fall. Zum Hintergrund: Die Nordlipper wollen auch in Zukunft nicht auf die Erfahrungen des Büros von Heiko Wiebusch verzichten, der sie vom Start als Ilek-Region an begleitet hat. Auf die Frage, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, meinte Hoppenberg: "Es muss noch ein Paket geschnürt werden, aber ich hoffe, dass wir noch vor der Sommerpause soweit sind."

Manager: Entscheidung vertagt (LZ 23.04.08)
Nordlippe-Kommunen gründen Verein
Extertal-Bösingfeld (sch). Auf der Suche nach einem Regionalmanager für die "Leader"-Region sind die Nordlipper noch nicht fündig geworden. Dafür ist gestern in Bösingfeld die für den weiteren Prozess notwendige Gründung des Vereins "LAG Nordlippe" über die Bühne gegangen. Vier von insgesamt elf Bewerbern waren nach LZ-Informationen gestern Vormittag zu Vorstellungsgesprächen eingeladen worden. Am frühen Abend sagte Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg auf Nachfrage: "Auch wenn sich eine Person herauskristallisiert, haben wir einen weiteren Vorstellungstermin vereinbart." Dieser soll am Freitag, 9. Mai, stattfinden. Zu weiteren Details wollte sich Hoppenberg jedoch nicht äußern. Dafür ließ er wissen, dass in der Sitzung intensiv über die Satzung des neuen Vereins diskutiert worden sei - "ein unspektakulärer, aber sehr wichtiger Vorgang". Denn die Vereinsgründung sei schließlich für den gesamten "Leader"-Prozess von entscheidender Bedeutung. Im Vorstand sitzen auch die vier Bürgermeister aus Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal, zum Vorsitzenden wurde Hans Hoppenberg gewählt. "Diese Aufgabe habe ich gern übernommen, denn der Verein ist wichtig für unsere Region."

Elf Bewerber für Managerposten (LZ 15.04.08)
"Leader"-Prozess Nordlippe geht weiter
Nordlippe (sch). Auf der Suche nach einem Regionalmanager für den weiteren "Leader"-Prozess gehen die vier beteiligten Kommunen in die nächste Runde. Die Ausschreibung der Stelle ist gelaufen, Ende April wird mit einer Entscheidung gerechnet. Gesucht wurde eine "Persönlichkeit mit hoher Präsentations-, Moderations- und Beratungskompetenz", die über Erfahrungen mit ländlichen Entwicklungsprozessen verfügt. Elf Bewerber fühlen sich diesem Anforderungsprofil gewachsen. Wie Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg gestern auf Nachfrage der LZ meinte, kämen die Bewerbungen nicht nur aus der Region, sondern auch aus dem nord- und süddeutschen Raum. "Darunter sind einige sehr vielversprechende Kandidaten", sagte Hoppenberg. Wie er weiter wissen ließ, werde er jetzt mit seinen Bürgermeisterkollegen Herbert Dahle (Barntrup), Friedrich Ehlert (Dörentrup) und Klaus Fritzemeier (Kalletal) sowie Projektbegleiter Heiko Wiebusch die Unterlagen sichten. Am Freitag, 25. April, werde eine Sitzung der LAG Nordlippe (Lokale Aktionsgruppe) und dabei eine Vorstellungsrunde der Bewerber stattfinden. Wobei Hoppenberg zuversichtlich ist und mit einer zügigen Entscheidung rechnet: "Ich denke, an diesem Tag werden wir ein Ergebnis haben." Wann der Regionalmanager seine Arbeit mit Dienstsitz im Extertal aufnehmen werde, könne nicht genau gesagt werden. Hoppenberg: "So kurzfristig wie möglich."

Nordlipper auf dem Weg (LZ 29.02.08)
Kreis fördert "Leader"-Projekte

Nordlippe (sch). Der "Leader"-Prozess kommt jetzt richtig in Bewegung. Das Thema beschäftigt derzeit alle möglichen Gremien der beteiligten Kommunen Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal. Deren Bürgermeister und Landrat Friedel Heuwinkel haben jetzt auch eine Vereinbarung zur regionalen Entwicklung der Infrastruktur unterzeichnet. "Leader" steht für "Liaison entre actions de dévelopement de l'économie rurale" und bedeutet übersetzt die Verbindung von Maßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Wie mehrfach berichtet, erhalten die Nordlipper bis zum Jahr 2013 Fördermittel der EU in Höhe von einer Million Euro, die zur Umsetzung verschiedener Projekte eingesetzt werden sollen. Der Kreis Lippe wird den "Leader"-Kommunen während der gesamten Projektphase sowohl in finanzieller Hinsicht als auch durch eine intensive fachliche Begleitung zur Seite stehen. Wie einer Pressenotiz aus dem Kreishaus zu entnehmen ist, sagte Heuwinkel mit seiner Unterschrift zu, die jetzt entwickelten Einzelprojekte bis 2013 mit insgesamt 50000 Euro pro Jahr zu fördern. Damit seien "auch für die Zukunft optimale Bedingungen für eine interkommunale Zusammenarbeit gewährleistet". Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg, der gestern Abend in der Ratssitzung der Gemeinde ausführlich Stellung zum aktuellen Stand der Dinge nahm, habe bei der Unterzeichnung der Vereinbarung in "seinem" Rathaus dem Landrat für die Unterstützung gedankt und betont: "Die enge Zusammenarbeit während des Ilek-Prozesses wollen wir nun fortsetzen und so den Standort Nordlippe stärken." Und wie geht es jetzt weiter? Eine lokale Aktionsgruppe, die sich neben den beteiligten Bürgermeistern und Vertretern der Kreisverwaltung aus Mitglie-dern der ansässigen Marketing- sowie Heimat- und Verkehrs-vereine, dem Landesverband Lippe, der IHK, der Bezirksregierung, der Kreishandwerkerschaft und der "Lippe pro Arbeit" GmbH zusammensetzt, soll sich künftig um die Realisierung der verschiedenen Projekte kümmern. "Der nächste Schritt ist die Installierung des Regionalmanagements", wird Hoppenberg in der Pressenotiz des Kreises Lippe zitiert. "Die Ausschreibung ist bereits vorbereitet. Weitere Projekte, wie eine Reitregion oder ein Rundwanderweg Nordlippe, sind kurz vor der Umsetzung."

In Nordlippe glühen künftig die Drähte (LZ 14.12.07)
"Leader-Region" wird Teil des NRW-Pilotprojekts "Vernetzte Verwaltung" - Vier Rathäuser wollen noch enger kooperieren Nordlippe. Vier Bürgermeister, die direkt vor dem Eingang des Innenministeriums in Düsseldorf den Sektkorken knallen lassen - ein Bild, das mehr sagt als 1000 Worte. Warum sich Klaus Fritzemeier, Hans Hoppenberg, Friedrich Ehlert und Herbert Dahle jetzt in Hochstimmung befanden? Die vier Kommunen Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal setzen ihren Triumphmarsch als "Region Nordlippe" fort. Grenzenloser Datenfluss:Die Verwaltungen in den Rathäusern des Kalletals (oben links), Dörentrups (oben rechts), Extertals (unten links) und Barntrups (unten rechts) werden ihre Aufgaben in Zukunft vernetzt angehen.Fotomontage: Preuss/BackeVon Stefan Backe

Als eines von vier Projekten bekamen die Lipper nun auch den Zuschlag für die Teilnahme am Pilotversuch "Vernetzte Verwaltung". Damit will das Land Nordrhein-Westfalen die Möglichkeiten zur interkommunalen Zusammenarbeit tatkräftig fördern und erforschen. Bei der Bekanntgabe der Teilnehmer betonten die Verantwortlichen des Innenministeriums zudem, dass die Bemühungen der "Region Nordlippe" in NRW einzigartig seien. "Die drei anderen Projekte, die ebenfalls ausgewählt wurden, sind verwaltungsintern und wirken nur nach innen", erklärte Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg. In Nordlippe dagegen werden die Bürger künftig an verschiedenen Stellen direkt betroffen sein. Nur zum Positiven, wie die vier Stadt- und Gemeindeoberhäupter unisono betonen. So gehe es darum, mit dem vorhandenen und knapp bemessenen Personal die Arbeit der Verwaltungen effektiver und kostengünstiger, aber auch bürgerfreundlicher zu gestalten. Als ein Stichwort nannte Klaus Fritzemeier, Bürgermeister im Kalletal, die grenzüberschreitenden Bürgerbüros. So ist geplant, dass beispielsweise ein Kalletaler, der im Extertal arbeitet, künftig seinen neuen Personalausweis in der Mittagspause auch im dortigen Bürgerbüro beantragen kann. Das kommunale Rechenzentrum als Grundvoraussetzung sowie eine eventuelle Angleichung der Satzungen und Gebühren sollen es möglich machen. Rund 20 Punkte - vom Gebäudemanagement über das Vergabewesen bis hin zu Baugenehmigungen oder einer gemeinsamen Rufbereitschaft haben die Nordlipper im Vorfeld der Bewerbung ausgearbeitet. Diese sollen nun mit professioneller Unterstützung in Angriff genommen werden. Die wissenschaftliche Begleitung des auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekts übernimmt die Universität Potsdam. Im Boot sind neben dem Informationsbüro "d-NRW" weiterhin vier renommierte Verwaltungsexperten. Denn nicht selten scheitern Versuche der interkommunalen Zusammenarbeit derzeit noch an geltenden Vorschriften und Gesetzen. Beispiel Standesamt: Als es jüngst in Dörentrup aufgrund unglücklicher Umstände einen Engpass gab, bat die Kommune in Extertal um Hilfe. "Heute ist es aber nur schwer möglich, über Grenzen hinweg zu vertreten", musste Hans Hoppenberg erkennen. Künftig wollen die vier Kommunen einen eigenen Standesamtsbezirk Nordlippe bilden. Durch diese Kooperation sollen unter anderem die Vertretungs-Regelungen umkurvt werden, die aktuell viel Mühe und Geld kosten. Klaus Fritzemeier: "Neben dem Standesbeamten muss jede Kommune offiziell zwei Vertreter benennen. Diese haben eigentlich ganz andere Aufgaben in der Verwaltung, müssen aber regelmäßig Schulungen für ihre potenzielle Vertretungsstelle besuchen." In Zukunft sollen die "hauptamtlichen" Standesbeamten der vier Kommunen den Kollegen über die Grenzen hinweg aushelfen oder sie vertreten. Bei dem insgesamt "riesigen Paket" gelte es, auch die Politiker und Verwaltungsmitarbeiter mitzunehmen. So ist Mitte Januar unter anderem ein Treffen mit allen Fraktionsvorsitzenden in Schwelentrup geplant. Doch nicht immer und bei jedem erwarten die Bürgermeister, die ihre gute zwischenmenschliche Ebene in Düsseldorf bewusst als Pluspunkt verkauften, grüne Ampeln. "Das Projekt ,Vernetzte Verwaltung' wird auch zeigen, wo die Zusammenarbeit Grenzen hat", ist sich Hans Hoppenberg sicher. Nichtsdestotrotz freut sich das Quartett diebisch über den neusten Coup, der in direktem Zusammenhang mit der jüngst erfolgten Ernennung zur "Leader-Region" steht. "Die Idee einer ,Vernetzten Verwaltung' ist eines von knapp 40 Projekten, die wir als ,Leader-Region' ins Auge gefasst hatten. Das können wir nun als erstes so umsetzen, wie wir es uns vorgestellt haben", sagte Hoppenberg. Mit Interesse nahmen die Bürgermeister in Düsseldorf zur Kenntnis, welche Resonanz ihr Motto "Vier Kommunen auf dem Weg zur Gemeinde Nordlippe" hervorgerufen hat. So wird vom Land selbst eine freiwillige kommunale Neugliederung offenbar nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. "Die Vision steht. Aber wir vier werden das nicht mehr im Amt erleben", schätzte der Extertaler Bürgermeister. Dem stimmte auch sein Kalletaler Amtskollege zu. "Die Zeit für eine Neugliederung ist noch nicht reif. Und es gibt einige Hürden. Immerhin wäre die Gemeinde Nordlippe nach der Stadt Köln flächenmäßig die zweitgrößte Kommune in NRW", rechnete Fritzemeier vor.

Klassenziel mit Bravour erreicht (LZ 28.18.07)
Foto: Archiv/Scherzer

Region "Nordlippe" erhält "Leader"-Zuschlag - Garantierte Fördergelder ermöglichen neue Projekte Nordlippe (bas). Am späten Montagabend glühten bereits die Telefonleitungen zwischen Kalletal, Dörentrup, Extertal und Barntrup. Gestern Mittag gab es die offizielle Bestätigung durch NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg. "Nordlippe" gehört zu den zehn Gewinnern, die sich in Nordrhein-Westfalen künftig "Leader"-Region nennen dürfen - und damit in den Genuss stattlicher Fördergelder kommen.

Ein historischer Moment:Einstimmig votierten die vier Hauptausschüsse am 27. Februar dieses Jahres auf Burg Sternberg in ihrer ersten gemeinsamen Sitzung dafür, sich für "Leader" zu bewerben.
"Wir sind wirklich froh, mal so eine positive Nachricht bekommen zu haben. Damit können wir nachhaltig etwas für die Region tun", betonte Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg stellvertretend für seine Amtskollegen Klaus Fritzemeier (Kalletal), Friedrich Ehlert (Dörentrup) und Herbert Dahle (Barntrup). Bekanntlich ist "Leader" ein Förderprogramm für den ländlichen Raum, mit dem individuell zu erarbeitende Projektideen umgesetzt werden können. In seiner ersten Freude vergaß Hoppenberg nicht, alle Beteiligten an dem Erfolg partizipieren zu lassen: "Darauf können wir alle sehr stolz sein." Wie stolz, wird sich dabei vielleicht 2013 im Rückblick noch deutlicher zeigen. Denn in den kommenden fünf Jahren gehören die vier Kommunen nun im Verbund zu einer Region, die in Zeiten knapper werdender Fördergelder mit umfangreicher Unterstützung rechnen kann. Im Mittelpunkt steht dabei eine Zahl mit sechs Nullen. Eine Million Euro fließt bis 2013 Eine Million Euro garantiert das Land NRW bis 2013 an Fördergeldern, wenn die Kommunen noch einmal die gleiche Summe zur Verfügung stellen. Die Bereitschaft dazu hatten die Hauptausschüsse der vier Partner bereits bei ihrer historischen Sitzung im Februar auf Burg Sternberg beschlossen. Nach der erfolgreichen Bewerbung, mit der "Nordlippe" sich unter insgesamt 20 Kandidaten behaupten musste, kann nun die so genannte "Lokale Aktionsgruppe" ihre Arbeit mit voller Kraft aufnehmen. Bereits im September hatten sich rund 20 Personen - vorbehaltlich des nun eingetretenen Erfolgs - zur konstituierenden Sitzung getroffen. Neben den vier Bürgermeistern und den ehemaligen Arbeitskreissprechern des vorangegangenen "Ilek"-Prozesses sind in der "Lokalen Aktionsgruppe" unter anderem auch Vertreter der Marketingvereine sowie der Industrie- und Handels- oder Landwirtschaftskammer aktiv. Dieses Steuerungsgremium muss jetzt festlegen, wohin die "Leader"-Reise genau gehen wird. Sprich: Welche Projekte, die zum Teil auch schon während des "Ilek"-Prozesses erarbeitet worden sind, sollen nun konkret angestoßen werden? Wie soll das Geld eingesetzt werden? Eine wichtige Rolle nimmt dabei auch ein so genannter Regionalmanager ein. Dieser wird aus den garantierten Fördergeldern finanziert und soll den Kommunen hauptberuflich zur Seite stehen.
LZ 22.11.07 Lebensqualität - heute und morgen
Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept für fünf Kommunen in Südlippe: Erste Projekte starten
Horn-Bad Meinberg/Belle (sb). "Wenn es irgendwann einmal eine Großgemeindenbildung geben sollte, würde sicher hier in Belle das Rathaus stehen", scherzte Horn-Bad Meinbergs Bürgermeister Eberhard Block. In Belle, dem Mittelpunkt Südlippes, fand Dienstagabend die ILEK- Ergebnispräsentation der fünf beteiligten Kommunen Horn-Bad Meinberg, Schlangen, Blomberg, Schieder-Schwalenberg und Lügde statt. Der Weg ist das Ziel: Ein aus ILEK entwickeltes Projekt ist der Natur- und Skulpturenpfad, der durch alle fünf beteiligten Kommunen führen soll. Zu einer neuerlichen Gebietsreform wird es wohl so schnell nicht kommen, dennoch ist es Ziel der fünf Partnerkommunen, ihre Region Südlippe für die Zukunft gemeinsam gut aufzustellen. Dafür steht auch ILEK - das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept. Seit Mitte April haben Vertreter aus Vereinen, Verbänden, Verwaltungen, Wirtschaft und Politik in Arbeitsgruppen daran mitgewirkt, das Konzept auf die Region zuzuschneidern. Was dabei herausgekommen ist, stellten die beiden Moderatoren, Astrid Eblenkamp vom Regionalentwicklungsbüro KoRiS aus Hannover und Georg Seibert vom Landschaftsarchitekturbüro von Luckwald aus Hameln, vor rund 100 Zuhörern in der Beller Schützenhalle vor. Gut erhaltene historische Ortskerne, kulturelle Besonderheiten, eine abwechslungsreiche Kultur- und Naturlandschaft und Erfahrung im Bereich Tourismus - das sind die Pfunde, mit denen Südlippe laut Seibert wuchern kann. Wie aber lässt sich die (noch) recht gute Lebensqualität sichern und weiter entwickeln? Darüber machten sich die ILEK-Teilnehmer mehr als ein halbes Jahr lang Gedanken. Denn Südlippe hat ähnliche Probleme wie vergleichbare ländliche Regionen: Der demographische Wandel führt zu einer geringeren wirtschaftlichen Dynamik, einer "Landflucht", und dem Abbau vorhandener Infrastrukturen. Die sechs Entwicklungsschwerpunkte, die die Arbeitsgruppen herausgefiltert haben, stellte Astrid Eblenkamp vor: Landschaftliche Vielfalt, Stadt- und Ortskerne, Land- und Forstwirtschaft, Kultur und Tourismus, Lebensqualität sowie Gesundheit und Wellness sind die Bereiche, in denen auch nach Abschluss von ILEK Projekte entwickelt werden sollen. Denn eigentlich geht die Arbeit für die Menschen vor Ort erst jetzt richtig los. 18 Ziele gilt es zu erreichen, von denen Eblenkamp nur einige nannte: Die wohnortnahe Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs beispielsweise, oder die Entwicklung alternativer Einnahmequellen in der Landwirtschaft und ein verbessertes Marketing für die Region. Daraus wiederum entwickelten die Teilnehmer neun Leitprojekte für die Region, die es nun mit Leben zu füllen gilt. Darunter sind eine Initiative zum Gebäudemanagement, Regionale Wertschöpfung, Tourismusmarketing und ein Projekt zu alten Handwerkshäusern, zu dem es erste Überlegungen aus Schwalenberg gibt. "Weitere Leitprojekte können bis 2013 dazustoßen", betonte Eblenkamp den offenen Prozess. Das in den Überlegungen weit voran geschrittene Projekt "Naturerlebnisweg Lippe" stellte Dr. Ute Röder, Leiterin der Biologischen Station Lippe, vor.

LZ 22.11.07 Südlippe zukunftsfähig machen
Horn-Bad Meinberg. ILEK steht für Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept. Fünf Kommunen Südlippes haben sich zusammengetan, um ihre Region zukunftsfähig zu machen. Am Dienstagabend wurden die Ergebnisse des sechsmonatigen ILEK-Prozesses im Beller Schützenhaus präsentiert.

LZ 22.11.07 Luftholen
KOMMENTAR
Von Silke Buhrmester Der (demographische) Wandel ist in Südlippe längst zu spüren. Nur drei Beispiele: Eine Lügder Dorfgrundschule muss aus Schülermangel schließen, in Schlangen gibts eine Schul-Ehe, ein Landarzt in Elbrinxen schließt seine Praxis. ILEK kommt gerade noch rechtzeitig, um den Landgemeinden Platz zum Atmen zu verschaffen. Die Ziele und Projekte klingen gut. Noch besser, dass die fünf Partnerkommunen dahinter stehen - zumindest solange es eine Win-Win-Situation gibt. Aber: In Bereichen wie Tourismus und Umweltbildung ist diese leicht herzustellen. Bewähren muss sich die Partnerschaft auch, wenn das Streben nach Synergieeffekten vermeintliche Verlierer zurück lässt. Dieser Tag wird unwillkürlich kommen, denn die Luft auf dem Land mag noch so sauber sein - sie wird zwangsläufig dünner.

LZ 20.11.07 Konzept für alle Fünf
Kommunen stellen ILEK vor Horn-Bad Meinberg. Ein halbes Jahr lang haben insgesamt rund 200 Beteiligte aus Südlippe am Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) für die fünf Kommunen Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lügde, Schieder-Schwalenberg und Schlangen gearbeitet. Am heutigen Dienstag stellt Landrat Friedel Heuwinkel das Konzept in der Schützenhalle in Belle, Pyrmonter Straße vor.

"In zahlreichen Konferenzen und Arbeitssitzungen haben seit Mitte April Vertreter aus Bürgerschaft, Vereinen, Verbänden, Verwaltung, Wirtschaft und Politik gemeinsam über die Zukunft von Südlippe beraten", heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises Lippe. Unter fachlicher Begleitung der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) ILEK Südlippe wurde ein Entwicklungskonzept für die Region erarbeitet, das alle Lebensbereiche anspricht: Wohnen, Arbeiten, Erholen, Bilden und Versorgen. Die wichtigsten Inhalte des ILEK Südlippe sind gemeindeübergreifende Entwicklungsschwerpunkte und Ziele sowie ein Handlungsprogramm, auf das sich die fünf Kommunen einigten. Unter anderen geht es dabei um mehrere Leitprojekte, die zeitnah erste Erfolge für die Region sichtbar machen sollen. Eine Initiative zum Gebäudemanagement soll zum Beispiel Leerstände in Dörfern und Ortschaften verhindern, mit dem Leitprojekt "Naturerlebnisweg Lippe" soll über die Natur und Landschaft der Region informiert werden. Wie der Erhalt historischer Bausubstanz zukünftig mit traditionellen handwerklichen Fähigkeiten, z.B. Blaufärben, Korbflechten oder Seifensieden, verknüpft werden kann, zeigt das Leitprojekt Handwerkerhäuser anhand erster Ansätze in Schwalenberg. Die Präsentation beginnt um 19 Uhr. Eine kurzfristige Anmeldung ist möglich unter (05 11) 93 57-1 50. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus den fünf Städten und Gemeinden sind eingeladen.

LZ 12.11.07 Der Weg zu einer Gemeinde
Nordlippische Bürgermeister in Düsseldorf Nordlippe/Düsseldorf. In ihren Nordlippe-Shirts besuchten Bürgermeister Herbert Dahle (Barntrup) , Klaus Fritzemeier (Kalletal), Friedrich Ehlert (Dörentrup) und Hans Hoppenberg (Extertal) die Landeshauptstadt Düsseldorf um über die gemeinsame Entwicklung Nordlippes zu sprechen. Auf Werbetour in Düsseldorf: Friedrich Ehlert, Klaus Fritzemeier, Johannes Winkel, Hans-Gerd von Lennep, Hans Hoppenberg und Herbert Dahle (im Bild von links) überreichen den ILEK-Abschlussbericht und den Leader-Wettbewerbsbeitrag vor dem Sitz des NRW-Städte- und Gemeindebundes in Düsseldorf.
Foto: Privat

Ihre Gesprächspartner waren Johannes Winkel, Leiter der Abteilung "Kommunale Angelegenheiten" im Innenministerium NRW, und der Beigeordnete des Städte- und Gemeindebundes NRW, Hans-Gerd von Lennep. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Leitmotiv des Leader-Wettbewerbsbeitrages "Nordlippe - auf dem Weg zu einer Gemeinde". Johannes Winkel machte laut einer Pressemitteilung deutlich, dass er dieses Ziel nicht im Sinne einer Gebietsreform verstehe, da politisch hierfür jede Grundlage fehle und dies auch von der NRW-Landesregierung nicht gewollt sei. Grundsätzlich teilte er jedoch die Meinung der Nordlipper, dass man zukünftig allein nicht "überlebensfähig" sei, und eine vertiefte kommunale Zusammenarbeit große Chancen biete. Überaus erfreut nahm er zur Kenntnis, dass die Region Nordlippe am Interessenbekundungsverfahren für das Projekt "Vernetzte Verwaltung" teilgenommen habe. Unterstützung zugesichert Die Runde war sich darüber einig, dass die Wirtschaftlichkeit des kommunalen Leistungsangebotes von einer gemeinsamen Organisation der Leistungserbringung mit modernen Informationstechnologien abhängig sei. Nordlippe habe durchaus gute Chancen, den Zuschlag für das Projekt zu bekommen, so Johannes Winkel. Anfang Dezember werde man die Nordlipper zu einer entsprechenden Präsentation einladen. Schließlich überreichten die vier nordlippischen Bürgermeister den ILEK-Abschlussbericht und den Leader-Wettbewerbsbeitrag. Hans-Gerd von Lennep und Johannes Winkel waren von den Aktivitäten in Nordlippe beeindruckt und sicherten ihre Unterstützung zu.

LZ 14.03.07 Nordlippe jetzt offiziell eine Ilek-Region
Bezirksregierung spricht Anerkennung aus

Die Nordlipper sind schon einen Schritt weiter: Bei der Hauptausschusssitzung auf Burg Sternberg votierte die Politik einstimmig dafür, sich für das "Leader"-Projekt zu bewerben. FOTO: SCHERZER

Viel erreicht: Heiko Wiebusch und die anderen am Ilek beteiligten Planer haben ihre Arbeit gut gemacht.Die Nordlipper sind schon einen Schritt weiter: Bei der Hauptausschusssitzung auf Burg Sternberg votierte die Politik einstimmig dafür, sich für das "Leader"-Projekt zu bewerben. Fotos: Scherzer Nordlippe (sch). Die Nachricht ist keine Überraschung, aber für den weiteren Prozess durchaus von Bedeutung: Die Bezirksregierung in Detmold hat jetzt die offizielle Anerkennung der Ilek-Region Nordlippe ausgesprochen. Das knapp gehaltene Schreiben erreichte gestern Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg als Vertreter für die weiteren drei am "Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept" beteiligten Kommunen Barntrup, Dörentrup und Kalletal. Darin heißt es: "Im Nachgang zur Vorstellung des Ilek-Abschlussberichtes auf Burg Sternberg am 27. Februar darf ich Ihnen aus formellrechtlichen Gründen bescheinigen, dass das Ilek Nordlippe den Anforderungen der Förderrichtlinie über die Gewährung von Zuwendungen genügt." Damit verbunden sei gleichzeitig die Anerkennung von Nordlippe als Ilek-Region. Und das bedeutet: Erst jetzt ist mit finanziellen Zuwendungen zu rechnen. Der für die Ilek-Abwicklung mitverantwortliche Heiko Wiebusch hatte mehrmals betont: "Dieses Konzept ist erst der Schlüssel zu den Förderprogrammen des Landes." Zuversichtlich, diese Anerkennung zu bekommen, waren die am Ilek-Prozess Beteiligten ohnehin. Wie ausführlich berichtet, hatten die Hauptausschüsse der vier Kommunen, die erstmals zusammen tagten, Ende Februar auf Burg Sternberg einstimmig beschlossen, den nächsten Schritt gemeinsam zu gehen und sich für das EU-Projekt "Leader" zu bewerben. Voraussetzung für "Leader" ist jedoch, als Ilek-Region anerkannt zu sein.

LZ 28.02.07 Nordlipper gehen ihren Weg
"Historische" Sitzung der vier Hauptausschüsse auf Burg Sternberg Extertal-Linderhofe. "Ilek" ist beendet, jetzt soll "Leader" folgen. Auf Burg Sternberg ist die einstimmige Entscheidung der nordlippischen Kommunen Barntrup, Dörentrup, Extertal und Kalletal gefallen, den vor nicht ganz einem Jahr eingeschlagenen gemeinsamen Weg auf jeden Fall fortzusetzen - auch wenn dies in Zeiten knapper Kassen mit Investitionen verbunden ist.
Foto: Scherzer (LZ) Die Ilek-Bürgermeister: Friedrich Ehlert, Hans Hoppenberg, Herbert Dahle und Klaus Fritzemeier (von links) sind auch in Sachen Kleidung einer Meinung. Von Wolf Scherzer

Im Rittersaal der Burg begann am 5. Mai vergangenen Jahres das "Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept", das unter der Abkürzung Ilek inzwischen auch in der breiten Bevölkerung bekannt ist. An gleicher Stelle fand Dienstagabend eine Sitzung statt, die Extertals Bürgermeister mit "historisch" betitelte - alle vier Hauptausschüsse der beteiligten Kommunen tagten gemeinsam, und auch die Resonanz war entsprechend. Sind bei sonstigen Hauptausschusssitzungen Zuhörer eher Mangelware, hatten Besucher am Dienstag echte Probleme, einen Sitzplatz zu bekommen. Wie mehrfach berichtet, soll Ilek dazu beitragen, die Kräfte in Nordlippe zu bündeln. Dafür sind diverse Projektideen, vom Tourismus über Landwirtschaft und Familienfreundlichkeit bis hin zum Gedanken an eine "Gemeinde Nordlippe", gesammelt worden, die jetzt eigentlich nur auf eines warten - umgesetzt zu werden. Doch das geht nicht zum Nulltarif, und an entsprechende Förderprogramme des Landes für den ländlichen Raum kommt inzwischen ohnehin nur der, der sich Ilek-Region nennen kann. Nicht das ganz große Geld, aber doch eine ansehnliche Finanzspitze verspricht das EU-Programm "Leader" - für den Zeitraum von 2007 bis 2013 gibt es Mittel in Höhe von einer Million Euro. Ein Haken dabei: Jede anerkannte Region muss die gleiche Summe beisteuern, was für die vier Nordlipper je 40 000 Euro pro Jahr bedeuten würde. Die Voraussetzung für Leader, das Ilek schon in der Tasche haben zu müssen, liegt vor, jedoch: Nur zehn Regionen aus Nordrhein-Westfalen werden schließlich in den Leader-Genuss kommen, und in Düsseldorf wird derzeit von 30 Bewerbungen ausgegangen. Deshalb machte Heiko Wiebusch von der GfL Planungs- und Ingenieursgesellschaft aus Hameln, der den Ilek-Prozess federführend mit in Händen hielt, am Dienstag auch ganz klar deutlich: "Die Auswahl ist klar definiert, die Besten sollen gewinnen. Und bei 30 Teilnehmern und zehn Gewinnern gibt es auch 20 Verlierer." Für Wiebusch stehen die Chancen der Nordlipper bei einer Bewerbung "nicht schlecht", aber das Ergebnis könne nicht vorhergesagt werden - "auch nicht von Zweckoptimisten wie Hans Hoppenberg, der weiß, er gewinnt", sorgte Wiebusch für Heiterkeit nicht bei dem Extertaler Bürgermeister. Gelöste Atmosphäre herrschte dann auch bei der Abstimmung, vor der deutlich wurde: Besonders die Christdemokraten waren gut vorbereitet. Die SPD hätte das Thema gern noch vertagt, beugte sich aber der Mehrheit. Barntrups Stadtdirektor Herbert Dahle: "Der Blickkontakt mit meinen Fraktionen sagt mir, Barntrup ist einstimmig dafür." Und sein Kalletaler Kollege Klaus Fritzemeier: "Die CDU ist dafür, der Bürgermeister und die Grünen auch. Das reicht doch."

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ILEK-Kommunen unterzeichnen Verträge für künftige Zusammenarbeit

Sah fast aus, als habe Landrat Friedel Heuwinkel (stehend) zum Diktat gebeten:Die Kommunalvertreter Hubert Scholand (Lügde), Klaus Geise (Blomberg), Eberhard Block (Horn-Bad Meinberg), Ludger Kewe (Schieder-Schwalenberg) sowie Thorsten Paulussen (Schlangen) (von links) besiegelten die Planung mit ihren Unterschriften.Foto: Krull Lügde (khk). Lügde, Schieder-Schwalenberg, Blomberg, Horn–Bad Meinberg und Schlangen sind dabei. Vertreter dieser fünf lippischen Städte und Gemeinden unterzeichneten gestern morgen im Rathaus der Stadt Lügde den Vertrag für die Planung eines gemeinsamen „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts“ (ILEK). Damit wird im Kreis Lippe ein Prozess fortgeführt, der in Nordlippe begonnen hat und dessen erste Planungsphase für Barntrup, Extertal, Dörentrup und Kalletal bereits abgeschlossen ist (die LZ berichtete). Die Ziele sind für alle ILEK-Gemeinschaften gleich: Interkommunale Zusammenarbeit ausbauen, Fördermittel erschließen, Konzepte und Projekte zusammenführen. So formulierten es die Vertragspartner der Gemeinden, das „Landschaftsarchitekturbüro Georg von Luckwald“, und die „KoRiS – Kommunikative Stadt- und Regionalentwicklung“, in ihrer Präsentation am Freitagmorgen. Die beiden Büros haben sich zu einer „Arbeitsgemeinschaft ILEK Südlippe“ zusammengeschlossen und stellten erste Überlegungen vor. Was bei ILEK Südlippe hinten herauskommt, soll im Spätherbst präsentiert werden. Eine Auftaktveranstaltung, eine themenübergreifende Ziel-, Strategie- und themenbezogene Projektentwicklung sind geplant. Damit sollen mögliche Handlungsfelder wie „demographischer Wandel – Lebensqualität“, „Tourismus – Kultur“, „Landschaft – Land- und Forstwirtschaft“ abgearbeitet werden. Ein Steuerungsgremium für die regionale Zusammenarbeit aus Kommunen, Kreis Lippe, Wirtschafts- und Sozialpartnern soll den Prozess begleiten. Die zur Vertragsunterzeichnung anwesenden Bürgermeister betonten den gemeinsamen Ansatz. Zweifel, dass mit ILEK wieder einmal Konzepte für die Schublade entwickelt würden, seien ausgeräumt, wie Eberhard Block, Bürgermeister von Horn-Bad-Meinberg, betonte. „Wir Kommunen müssen enger zusammenarbeiten. Wir werden mit ILEK die gemeinsamen Potenziale erkennen und entwickeln können“, gab Block die vorherrschende Meinung wieder. 50 000 Euro stehen für diesen Prozess zur Verfügung. Die Kommunen sind mit je 5000 Euro dabei, 25000 Euro trägt der Kreis Lippe. „Damit Sie auch immer wissen, dass Sie unter der lippischen Rose arbeiten“, gab Landrat Friedel Heuwinkel den Vertretern der Kommunen mit auf den Weg. Das Projekt sei sehr wichtig, um Geld und Entwicklungspotenzial in die Region zu bekommen, betonte er.
Abkürzungen der Quellen:
LZ = Lippische Landeszeitung
LA = Lippe Aktuell
NA = Nordlippischer Anzeiger
 
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